Aktivitäten des Vereins "Kunstraum Alte Schule e.V."


 Die grünen Titel sind Inhaltsangaben und keine Links zu den Themen auf dieser Seite.

 

Inhalt dieser Seite:

 

1. Aktivitäten von 2016 bis 2018

 

2. Florian Neuner stellt sein Buch Drei Tote vor

 

Dieser Bereich ist im Aufbau....


Aktivitäten von 2016 bis 2018

Der Verein Kunstraum Alte Schule e.V. setzt sich für den Erhalt des schutzwürdigen Schulgebäudes und für eine weitere kulturelle Nutzung im Sinne von Doris Schöttler-Boll ein.

Aus diesem Grund lud der Verein am 3. Mai 2017 zu einer Bürgerversammlung über die Zukunft des vom Abriss bedrohten Atelierhauses am Äbtissinsteig ins Grend ein.

Inhalt des Treffens war ein Sachstandsbericht zur Lage des Atelierhauses, ein Rückblick auf die bisherige kulturelle Nutzung und eine Vorstellung von Architekturentwürfen von Erhard Becker, Georg Ruhnau, Peter Brdenk und Christiane Voigt.

Bei der gut besuchten Veranstaltung stellte die Architektin Christiane Voigt einen Entwurf vor, der neben einer Neubebauung den Erhalt des Schulgebäudes und eine weitere kulturelle Nutzung vorsah.

 

Visualisierung : Contur 2, Architektur, Stadtplanung Christiane Voigt
Visualisierung : Contur 2, Architektur, Stadtplanung Christiane Voigt

 

Während der Bürgerversammlung wurde darauf hingewiesen, dass ein Investor gefunden wurde, der das Atelierhaus kaufen, erhalten, denkmalgerecht renovieren und der Kultur zur Verfügung stellen wollte. Sogar über eine Stiftung wurde nachgedacht.

Die Architektin Christiane Voigt hat im Auftrag des Investors einen Bebauungsvorschlag erstellt, der als Kompromiss zwischen der kulturellen Nutzung und der von der Politik geforderten Wohnbebauung gesehen werden kann. Vorgesehen waren 26 barrierefreie Wohnungen (inklusive Sozialwohnungen) und der Erhalt der Alten Schule als Öffentlichkeits- ort für Kunstveranstaltungen im Sinne von Doris Schöttler-Boll. Auch die Flüchtlingshilfe, die das Erdgeschoss des Hauses nutzt, sollte bleiben.

 

Informationsveranstaltung über die Zukunft der Alten Schule im Grend am 3. Mai 2017 (Foto: Michael Hage)
Informationsveranstaltung über die Zukunft der Alten Schule im Grend am 3. Mai 2017 (Foto: Michael Hage)

 

Nachdem von der Stadt Essen keine positive Reaktion auf das Angbot des Investors kam und Desinteresse deutlich wurde, zog sich unser Investor enttäuscht zurück.

Der Abriss des Hauses wurde wahrscheinlicher, weil es für die meisten Investoren attraktiver ist, das alte Haus abzureißen und Neubauten zu errichten.

 

Überraschend fand sich ein weiterer Investor, eine Firma aus der Designbranche, der das Gebäude denkmalgerecht sanieren, mit seinen Mitarbeitern einen Teil des Gebäudes selbst nutzen und eine Etage der Kultur zur Verfügung stellen wollte. Die Wohngebäude sollten jetzt von der Awo realisiert werden. Aber auch hier berief sich die Stadtverwaltung auf die festgelegte Verfahrensdauer und war trotz der Dringlichkeit nicht bereit, das Verfahren zu beschleunigen.

Auch dieser Investor zog sich enttäuscht zurück und verlagerte seinen Firmensitz mit 50 Mitarbeitern nach Velbert.

 

Der Abriss des Atelierhauses schien jetzt so gut wie sicher. Umso überraschender kam der Beschluss im Planungsausschuss, die Ausschreibung des Grundstückes zu stoppen.

In einer neuen Ausschreibung soll festgelegt werden, dass das Gebäude erhalten bleibt.

Auf dem Grundstück ist jetzt eine Kita mit zwei Gruppen und Wohnraum geplant.

Fänden sich in dem Konzept Räume für unseren Kunstverein, wären wir doppelt glücklich: über den Erhalt des Hauses und die kulturelle Nutzung.

Offenbar haben die Protestaktionen - die Bürgerversammlung im Grend und beiden Lichterkettendemonstrationen vor dem Gebäude am Äbtissinsteig - dazu beigetragen, dass eines der ältesten, stadtteilprägenden Gebäude in Steele erhalten bleibt. 

Das einstimmige Votum des Kulturbeirates der Stadt Essen für den Erhalt des Hauses hat sicherlich zu dieser positiven Wende beigetragen.

 

Das Video entstand spontan in der Ausstellung von Anne Berlit "Verdichtung durch Abriss - wie wollen wir in Zukunft leben" im Haus der Begegnung am Weberplatz.

 

"Unsere Stadtviertel verändern immer mehr ihr Gesicht. Häuser mit Geschichte und Charakter werden allerorts abgerissen und durch Wohngebäude ersetzt, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen." schreibt die NRZ in einem Artikel über die Ausstellung. Ich besuchte die Eröffnung im ehemaligen Haus der Begegnung und entdeckte das Atelierhaus Alte Schule auf einer Glasscheibe. Anne Berlit hat vom Abriss bedrohte Häuser in Essen auf Glasscheiben gezeichnet und sie auf Fließbänder gestellt. Wenn die Besucher an der Kurbel drehen, fallen die sie am Ende herunter und werden zerstört - wie die echten Häuser. Eigentlich wollte Anne Berlit ihre Installation im Atelierhaus Alte Schule am Äbtissinsteig in Steele zeigen, wo Doris Schöttler-Boll mit Vortragsreihen, Kunstprojekten, Exkursionen, Lesungen, Aufführungen und Filmveranstaltungen wirkte und damit das Haus zu einem besonderen Ort für Kunst- und Kulturinteressierte gemacht hat. Nach dem Tod von Doris Schöttler-Boll will die Stadt das Gebäude verkaufen – Abriss zu Gunsten neuer Wohnbebauung ist wahrscheinlich. „Die Stadt sagte mir, so eine Ausstellung würde die Verkaufsverhandlungen stören, weil sie Öffentlichkeit herstellt“, berichtet Anne Berlit.

Bilder der Aktivitäten von 2016 bis 2018

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Lesung

Florian Neuner Drei Tote

 

Am 9. Februar 2018 stellte Florian Neuner sein neues Buch Drei Tote in den Räumen der Steeler Bürgerschaft im Stadtgarten Essen-Steele vor.

Der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Link hielt einen Einführungsvortrag.

 

Da das Atelierhaus Alte Schule weiterhin gesperrt bleibt, hat uns die Steeler Bürgerschaft Räume im Steeler Stadtgarten zur Verfügung gestellt. Die Lesung wurde in der Tradition der PPP-Veranstaltungen von Doris Schöttler-Boll gestaltet:

Nach der Lesung gab es eine Möglichkeit zum Gedankenaustausch mit Getränken und kleinen Speisen.

 

Der Eintritt zu der Lesung war frei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Florian Neuner:

Drei Tote

Verlag Peter Engstler

ISBN 978-3-941126-99-2

112 S., 16.-€

 

www.engstler-verlag.de

 

 

Es ist ein Kampf. Gegen Krankheiten. Gegen die Stadt Essen. Gegen drohende Altersarmut. Gegen den Alkohol. Gegen das Vergessen. In der grausigen Dunkelkammer Deutschland.

 

Drei Tote: Das ist eine Künstlerin, die mit ihren großformatigen Collagen zu einer ganz

eigenen feministischen Position gefunden hatte, ehe Kunstvermittlung und soziokulturelles Engagement in den Vordergrund traten, Kunst und Lebenspraxis verschwammen. Das ist ein Vertreter der konkreten Poesie, der als Linguist an einer Universität lehrte und darob als literarischer Autor zunehmend in Vergessenheit und Isolation geriet, ohne freilich seinen Glauben an die neoavantgardistische Literatur zu verlieren. Das ist schließlich ein Musiker, dessen Arbeit als Komponist aufgrund seines publizistischen Engagements und seines Alkoholismus letztlich zum Erliegen kam.

 

Florian Neuner, geb. 1972 in Wels, lebt in Berlin und gibt gemeinsam mit Ralph Klever die

Zeitschrift Idiome. Hefte für Neue Prosa heraus.

 

 

Weitere Publikationen (Auswahl):

Gemeinsam mit Thomas Ernst Herausgabe der Anthologien Europa erlesen. Ruhrgebiet,

Klagenfurt 2009 und Das Schwarze sind die Buchstaben. Das Ruhrgebiet in der Gegenwartsliteratur , Oberhausen 2010.

 

Bücher (Auswahl):

Und käme schwarzer Sturm gerauscht, Linz u.a. 2001,

Jena Paradies, Klagenfurt/Wien 2004,

China Daily, Wien 2006,

Zitat Ende. Prosa, Klagenfurt/Wien, 2007,

Ruhrtext. Eine Revierlektüre , Klever Verlag, Wien 2010,

Satzteillager, Klever Verlag Wien 2011,

gemeinsam mit Rainer Riehn Herausgeber von Heinz-Klaus Metzger: Die freigelassene Musik. Schriften zu John Cage, Klever Verlag, Wien 2012,

Inseltexte, Klever Verlag, Wien 2014

 

 

Bilder von der Lesung

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