1. Neujahrsempfang Kunstmuseum Bochum 25.1.2012
2. Ausstellung Kunstpreis "junger westen 2011" in Recklinghausen
29.1.2012
3. KARL SCHMIDT- ROTTLUFF STIPENDIUM 2012,
Kunsthalle Düsseldorf, 12.2.2012
4. Rundgang 2012 / Kunstakademie Düsseldorf, 2.12.2012
5. State of the art photography (18.3.2012)
6. Roman Ondák - Within Reach of Hand or Eye (18.3.2012)
7. Vor dem Gesetz / Cosima von Bonin's CUT! CUT! CUT!
-
Museum Ludwig, Köln (22.4.2012)
Der Neujahrsempfang im Kunstmuseum Bochum stand im Zeichen der drohenden Schließung, die die Stadt Bochum aus Haushaltskonsolidierungs- gründen ins Gespräch gebracht hatte.
Ein Grund, weshalb wir vom Atelierhaus Alte Schule dabei waren.
Während der Ansprache erlitt der Leiter des Museums, Hans Günter Gollinski, einen Schwächeanfall.
Die Entscheidung, das Museum zu schließen ist aber längst noch nicht gefallen...
Kunsthalle Recklinghausen
Kurfürstenwall 5a
(ehem. Gebäude der Fährmannschule)
Rat und Verwaltung der Stadt Recklinghausen stifteten 1948 zur Förderung junger Künstler den Kunstpreis »junger westen«. Dies war der erste Kunstpreis, der nach dem Krieg von einer Kommune in der
Bundesrepublik Deutschland vergeben wurde.
2011 wurde der Kunstpreis für Plastik, Skulptur und Installation ausge- schrieben. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro. Teilnahmeberechtigt waren alle Künstlerinnen und Künstler ab Jahrgang 1976
mit deutscher Nationalität oder mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland.
Um den Kunstpreis »junger westen 2011« bewarben sich insgesamt 382 Künstler (217 Künstlerinnen, 165 Künstler). Nach dem ersten Durchgang blieben 71 Künstler im Wettbewerb, nach dem zweiten
Durchgang 37 Künstler. Beim dritten Durchgang wurden 28 Künstler (12 Künstlerinnen, 16 Künstler) für die Ausstellung ausgewählt.
Aus dem Kreis der Ausstellungsteilnehmer wurden folgende 12 Künstler als mögliche Kandidaten für den Kunstpreis benannt:
Benjamin Appel, Daniel Burkhardt, Marie Gerlach, Cornelius Grau, Christian Henkel, Seb Koberstädt, Valerie Krause, Vera Lossau, Elisabeth Rosenthal, Michael Sailstorfer, Max Sudhues, Sebastian
Wickerodt.
Daraus wurden vier Kandidaten für die weitere Diskussion
ausgewählt: Marie Gerlach, Cornelius Grau, Valerie Krause, Michael Sailstorfer.
Schließlich blieben drei Positionen im Wettbewerb: Cornelius Grau, Valerie Krause und Michael Sailstorfer.
In einer Endabstimmung wurde die Entscheidung zwischen Valerie Krause und Michael Sailstorfer getroffen. Michael Sailstorfer wurde schließlich nach intensiver Diskussion mit einer Mehrheit von
4:2 Stimmen zum Kunstpreis- träger bestimmt.
Michael Sailstorfer hat den Begriff der Skulptur mit geistreichem Witz und mit Konsequenz erweitert und zugleich auf die Probe gestellt. Dabei spielen aktionistische Momente genauso eine Rolle
wie kinetische und traditionell plastische, in denen es um Volumen, Masse und Raum geht. So können seine plastischen Werke schweben, sich selbst verbrauchen und abnutzen, ihren Aggregatzustand
verändern – das Weiche wird fest, das Feste wird weich.
Sein Begriff von Plastik schließt jegliche Veränderung der sinnlich wahrnehmbaren Welt ein: Sei es das chaotische Umgraben einer Freifläche durch ein animiertes Publikum oder die akustische wie
auch olfaktorische Wahrnehmung, denen er ebenso plastische Qualitäten abringt, bis hin zur äußersten Strapazierung der menschlichen Sinne.
Jury:
Prof. Monika Brandmeier - Hochschule für Bildende Künste Dresden
Prof. Dr. Florian Matzner - Akademie der Bildenden Künste München
Jochen Heufelder - Kunstraum Fuhrwerkswaage, Köln
Gereon Krebber Bildhauer - Kunstpreisträger „junger westen 2007“
Wolfgang Pantförder - Bürgermeister der Stadt Recklinghausen
Holger Freitag - Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung der Stadt Recklinghausen
Prof. Dr. Ferdinand Ullrich - Direktor der Museen der Stadt Recklinghausen
Dr. Hans-Jürgen Schwalm - Stellv. Direktor der Museen der Stadt Recklinghausen (Vertretung)
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Besuch der Ausstellung
am 12.Februar 2012
Kunsthalle Düsseldorf
4. Februar – 9. April 2012
Mit der Ausstellung der Preisträger des Karl Schmidt-Rottluff Stipendiums führt die Kunsthalle Düsseldorf eine langjährige Tradition des Hauses fort.
Das zweijährige Postgraduierten-Stipendium wird für herausragende künstlerische Leistungen in allen Disziplinen der bildenden Kunst vergeben.
Die Ausstellung präsentiert aktuelle Arbeiten der Stipendiaten von 2008/09 und 2010/11.
Die filigranen Zeichnungen Katja Eckerts (*1976) sind geprägt von reduzierten, aber prägnanten Formen sowie fabelhaften, teils uneindeutigen Motiven. Sie erzeugen eine latente
Spannung, bewegen sich in einem Raum zwischen Erzählerischem und Abstraktion.
Roland Gätzschmanns (*1979) zweifarbige, serielle Arbeiten entstehen nach einem streng vorgegebenen Regelwerk und beeindrucken durch die besondere Materialität und präzise
Zusammensetzung: Je 216 quadratische Wachsplatten schaffen in ihrer Anordnung einen Rhythmus, der an bildhaft gewordene Zahlenfolgen erinnert, während seine Skulpturen die Unlösbarkeit der
vorgegebenen Konstruktion spannungsvoll umsetzen.
Im Zentrum von Freya Hattenbergers (*1978) Videoarbeiten und fotografischen Selbstinszenierungen steht die Beziehung von (weiblichem) Körper, Raum und Handlung zueinander: Erzeugt wird ein ironischnach- denklicher Reflexionsraum, in dem die Künstlerin meist performativ mit ihrem eigenen Körper Situationen inszeniert und diese dabei kritisch zur Diskussion stellt.
Den Arbeiten von Sven Johne (*1976) geht eine intensive Recherche und Archivarbeit voraus. Die Motive der Fotoserien wirken zunächst oft leicht und poetisch, verbergen auf den zweiten Blick jedoch gesellschafts- und sozialkritische Fragestellungen.
Alicja Kwades (*1979) skulpturale Inszenierungen präsentieren Gewöhnliches auf neue Art.
"Für ihre Objekte verwendet Alicja Kwade sowohl klassische Werkstoffe als auch verfremdete Gebrauchsgegenstände. Kohlebriketts werden zu Goldbarren, Kieselsteine zu Juwelen und Straßen- steine zu Diamanten. Sie stellt dabei Fragen nach Echtheit und Wertigkeit, Wahrnehmung und Klassifizierung. Immer wieder beschäftigt sie sich mit Fragen der Physik, wie etwa mit der Darstellung von Sichtbarem und Unsichtbarem, kombiniert in ihrer Kunst die Wissenschaft aber auch mit Poesie und Spiel.“ Hamburger Bahnhof Berlin
Die Arbeiten von Cathleen Schuster (*1977) hinterfragen globale Marktstrukturen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Basierend auf öffentlichem und privatem
Archivmaterial sowie eigenen Aufnahmen zeigt die Arbeit „Following the Line of Arguments“ auf filmischer, installativer
und räumlicher Ebene eine ganz eigene Form des Geschichte-Schreibens, am Beispiel der Verlagerung des Bochumer Nokia Werks im Jahr 2008.
Die großformatigen Gemälde von Sibylle Springer (*1975) verweisen auf Zwischenräume und Parallelwelten, in denen sie flüchtige Momente in komplexen Überlagerungen auf der
Leinwand festhält. Ihre Acryl- und Aquarelllandschaften besitzen eine assoziative Kraft, die Raum und
Gegenstand nur anzudeuten scheinen und gleichzeitig intensiver Ausdruck einer traumhaften Realität sind.
Die Video- und Fotoarbeiten von Eva Teppe (*1973) zeugen von einem besonderen Blick auf die Welt – alltägliche Gegenstände und Situationen werden zu traumartigen Momenten umgedeutet und verzerrt; die Kamera fängt skurrile und verstörende Momente der Realität ein, wie die vermeintlich leblosen Körper Schlafender im Berufsverkehr Tokios.
Kunsthalle Düsseldorf
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Karl Schmidt-Rottluff Förderungsstiftung, die das Projekt großzügig unterstützte (seit Beginn ihrer Arbeit in der Kooperation mit der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie seit 2007 mit der Marianne Ingenwerth Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft).
Notiz: weitere Infos unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Schmidt-Rottluff_Stipendium
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, Feiertage: 11 – 18 Uhr
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Besuch am 12.2.2012
Der Rundgang ist die alljährliche Ausstellung der Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf zum Abschluss eines jeden Wintersemesters.
Die Bilderschau enthält keine Informationen zu den Kunstwerken und den Künstlern, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist in der Auswahl der Werke rein zufällig. Sie ist als Impression vom Rundgang zu verstehen.
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Besuch am 18. März 2012
NRW-Forum Kultur und Wirtschaft
Ehrenhof 2
Düsseldorf
noch bis zum 6. Mai 2012
Künstler mit großem Zukunftspotenzial
Die Fotografie befindet sich gerade in einem Wandel. Es ist indes nicht nur die digitale Revolution, die das Bildermachen verändert, ihre Technik, ihre Möglichkeiten erweitert. Auch der globale Datenraum selber ist zu einer neuen Ressource geworden. Trotz aller Digitalisierung ist aber auch der Weg zum analogen Unikat wieder eine Möglichkeit. Ästhetik, Inszenierung verändern sich. Migration und Globalisierung sind neue Themen.
Die Neuen Fotografen haben einen anderen Blickwinkel auf die Geschichte der Fotografie. Sie haben neue Heroen – aus der Geschichte und aus anderen Disziplinen. Sie haben keine Scheu mehr vor dem
Auratischen und Sublimen. Und sie sind offen für neue Präsentationsformen, für Installationen, für eine Durchmischung der Medien und Materialien. Die Fotografie, so scheint es, ist endgültig in
der freien Kunst angekommen.
»Die Zukunft liegt nicht in der reinen Fotografie, sondern in der freien Kunst.« postuliert Andreas Gursky, er ist einer der Advisors der Ausstellung »State of the Art Photography«.
Das NRW-Forum Düsseldorf fragte nach den Fotografen, die die Diskussion der kommenden Jahre bestimmen werden. Vorgeschlagen wurden sie von Andreas Gursky, Thomas Weski, Klaus Biesenbach, Udo
Kittelmann, FC Gundlach, Thomas Seelig, Andrea Holzherr und Werner Lippert. In dieser Übersichtsausstellung werden jeweils mit einem Konvolut an Bildern oder einer Installation 40
Künstler/Fotografen vorgestellt, die diesem Anspruch entsprechen. Sie stammen aus Amerika, Europa, Südafrika – weitere Kontinente und Kulturräume sollen später gesondert betrachtet werden.
Das, was bei einer ersten Durchsicht der 40 Positionen in der Ausstellung erkennbar ist, ist zum Beispiel eine Renaissance der klassischen Themen in der Fotografie, wie die Landschaft oder das
Portrait. Aber mit durchaus anderer Zielsetzung und unter anderem Blickwinkel. Etwa bei den Landschafts- bildern von Alex Grein, die in der Tradition Caspar David Friedrichs zu stehen scheinen.
Ihre Bilder sind jedoch aus zahlreichen Bildfragmenten zusammen- gesetzt, die sie im Internet gefunden hat. Bildausschnitten, die aus Satelliten- aufnahmen stammen: von Google Earth. Unbenommen
ihrer technischen Entstehung rekurrieren sie auf eine Kunst, in der Versenken in Bild und Landschaft erlaubt war. Zugleich verweisen sie darauf, dass Wahrnehmung beeinflussbar ist durch
Erinnerungen, Vorstellungen und Emotionen.
Ganz anders die Arbeiten von Asger Carlsen, der wie Alex Grein aus dem Digitalen schöpft und menschliche Körper zu geradezu unmenschlichen Formen zusammensetzt. Ein eher bildhauerischer nicht-fotografischer Ansatz.
Viele Ansätze sind geradezu »wissenschaftlich« zu nennen; Recherche auf den Spuren der Menschheit, der Biografien von Jugendlichen, von brain imaging, … diese Fotografien sind vergleichbar dem
Ergebnis eines Wissenschaftlers und Forschers, sie sind von hohem dokumentarischen Wert und verleugnen dabei nicht ihre ästhetische Dimension. Sanna Kannisto’s Arbeiten etwa sind biologischen
Untersuchungen geschuldet, Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse erforschen den Wohnturm »Ponte City« als Ikone der Johannesburger Skyline und Olaf Otto Becker beschäftigt sich mit den Spuren,
die die wachsende Überbevölkerung der Menschheit in der Landschaft hinterlässt.
Und was auffällt ist, dass die Künstler sich von der Leere abwenden und wieder das Sublime, das Auratische zulassen, wie etwa Andreas Mühe in seinen Fotografien vom Obersalzberg. Die Fotografie
ist also nicht nur in der Kunst angekommen – sie hat dabei offensichtlich auch wieder zu sich selbst gefunden.
NRW-Forum Kultur und Wirtschaft
Besuch am 18. März 2012
K21 STÄNDEHAUS
Ständehausstr. 1
40217 Düsseldorf
25.02. - 28.05.2012
►Roman Ondák
Within Reach of Hand or Eye
Roman Ondák (geb. 1966, lebt in Bratislava) gilt spätestens seit seiner viel beachteten Arbeit im Tschechischen und Slowakischen Pavillon auf der Biennale von Venedig 2009 als einer der
wichtigsten jüngeren Künstler, die Traditionen der konzeptuellen, der prozessorientierten und Installationskunst auf völlig eigenständige Weise aufgreifen und weiterentwickeln. Seine teils
subtilen Eingriffe in reale Alltagssituationen können die unterschiedlichsten Formen annehmen. Sie reichen von kurzen oder längeren Auftritten von Personen über Objekte sowie Zeichnungen und
Notizen bis zur Beteiligung des Publikums. Auch wenn er in einigen seiner Arbeiten Phänomene rund um die Kunst und das Museum untersucht, interessiert ihn vor allem „das alltägliche Verhalten der
Menschen“ und „die Qualität hinter den Objekten“ (R.O.). Seine Kunst richtet sich so mit ihrer humanistischen Einstellung bei aller Bescheidenheit in der Form auf die Breite und die Komplexität
der Realität selbst.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine neue Installation mit dem Titel The Hill Seen from Afar (2011). Es handelt es sich um einen künstlichen Hügel mit einem Miniaturbaum auf
der Spitze, der die gewohnten Perspektiven durcheinander bringt. Mitten im Kunstraum erscheint ein Stück Natur, das die Wahrnehmung des Betrachters ins Zentrum stellt. Geht es hier um ein
Kunstwerk, das mit seinem besonderen Maßstab die Blicke auf sich zieht, oder eben um einen „Hügel, den man aus der Entfernung betrachtet“? Wieso befindet sich der Hügel dann direkt vor einem? Wo
findet die Entfernung statt? Nur im Kopf des Betrachters? Solche und viele andere Fragen, die aus „Gullivers Reisen“ entsprungen sein könnten, werden von einem hoch attraktiven Objekt ausgelöst,
das gleichzeitig eine Skulptur aus eigenem Recht ist.
Die beiden anderen Arbeiten in der Ausstellung sind mit The Hill Seen from Afar thematisch verbunden. Sie greifen auf Aktionen bzw. Installationen der letzten Jahre zurück und versetzten sie in
einen neuen Aggregatzustand. Bei Across That Place (2008 – 2011) hatte
Ondák in der einstmals den USA gehörenden Panama Kanalzone Menschen aufgefordert, zu einem Steinehüpfen am Kanal zusammenzukommen. Mit Videos, Plakaten, Zeichnungen, Fotos, Gemälden, Landkarten,
Postkarten und Briefen wird diese spielerische „Überwindung“der beiden Hälften des Kontinents Amerika und der ehemaligen Kolonialherrschaft als ebenso reales wie poetisches Ereignis
kolportiert.
Eclipse (2011) schließlich stellt eine das Oberste zu unterst kehrende Installation zurück auf den Boden. Ausgangspunkt ist eine lebensgroße, traditionelle Dachkonstruktion, die
der Künstler kopfüber in einem modernen Ausstellungsraum errichtet und mit metallenen Platten
von der Decke des Raumes belegt hatte. Die Reste dieses absurden Bauwerks liegen nun als Material einer Erinnerung oder als Lager für eine neue Konstruktion an einem anderen Ort. In einer Art
Guckkasten erscheint außerdem ein Ausblick auf das ursprüngliche Werk in
einer ungeklärten Situation zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Realität und Fiktion.
„In Reichweite von Hand oder Auge“ – der Titel der Ausstellung stellt Fragen nach der Wahrnehmung der Welt, nach Distanz und Nähe, nach den Grenzen und den Möglichkeiten des eigenen Wissens und
Einflusses.
K21
Kurator: Julian Heynen
Skulpturen der Nachkriegszeit und Räume der Gegenwartskunst
Eine gemeinsame Ausstellung des Museums Ludwig und der Siemens Stiftung
Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Mit dieser Ausstellung beendet Kasper König nach 12 Jahren seine Tätigkeit als Direktor des Museums Ludwig.
Mit legendären Ausstellungen wie Westkunst (1981) in Köln und Von hier aus (1984) in Düsseldorf machte er sich international einen Namen. Er ist auch einer der Mitbegründer der Skulptur Projekte Münster (seit 1977).
Sein Bruder Walther König leitet die gleichnamige Buchhandlung (samt Verlag) mit zahlreichen Dependancen in Museen. Seine Söhne Leo und Johann arbeiten als erfolgreiche Galeristen in New York und Berlin.
Künstler:
Pawel Althamer, Carl Andre, Phyllida Barlow, Joseph Beuys, Karla Black, Monica Bonvicini, Reg Butler, Paul Chan, Fritz Cremer, Jimmie Durham, Katharina Fritsch, Alberto Giacometti, Candida Höfer,
William Kentridge, Marko Lehanka, Wilhelm Lehmbruck, Zoe Leonard, Giacomo Manzù, Gerhard Marcks, Marino Marini, Henry Moore, Bruce Nauman, Germaine Richier, Ulrich Rückriem, Thomas Schütte,
George Segal, Andreas Siekmann, Andreas Slominski, Ossip Zadkine
Die Ausstellung im Museum Ludwig endete an unserem Besuchstag am 22.04.2012
15.11.2011 bis 13.5.2012 ebenfalls im Museum Ludwig, Köln.
Loops der LAZY SUSAN Reihe:
Loop # 01: Witte de With, Rotterdam (10. Oktober 2010 - 9. Januar 2011)
Loop # 02: Arnolfini, Bristol (19. Februar - 25. April 2011)
Loop # 03: Mamco, Genf (1. Juni - 18. September 2011)
Loop # 04: Museum Ludwig, Köln (5. November 2011 - 15. Mai 2012)
Das Museum Ludwig widmet der Künstlerin Cosima von Bonin (*1962) eine Ausstellung, die sich wie ein Work in Progress in vier europäischen Städten entwickelt. Die Ausstellung begann in Rotterdam, wanderte dann nach Bristol und war zuletzt in Genf zu sehen. Für jede Station erarbeitete die Künstlerin zusammen mit der jeweiligen Institution eine ganz eigene Ausstellungssituation. In der Heimatstadt Cosima von Bonins findet die Schau nun ihren Höhepunkt und einen dynamischen Abschluss. Köln bildet damit die letzte „Schlaufe" des kreisenden Ausstellungsprinzips, das sich bereits im Titel andeutet: LAZY SUSAN bezeichnet im Englischen einen rotierenden Tischaufsatz, der drehend Speisen anbietet. Nicht zufällig trägt das Haushaltsgerät einen weiblichen Namen und ebenso wenig zufällig spiegelt sich im Begriff der Laziness (Faulheit) ein wesentliches Motiv der Werke Cosima von Bonins. Die zentrale neue Arbeit der vier Loops der Lazy Susan Series, AMATEUR DRAMATICS (2010) wurde von den beteiligten Institutionen koproduziert und nimmt eben jene Form der Lazy Susan auf: eine große kreisende Scheibe, die wie eine Mischung aus Karussell und Präsentations- plattform anmutet. Auf dieser Scheibe platziert die Künstlerin verschiedene bereits bestehende Arbeiten. Im Mittelpunkt befindet sich stets der PURPLE SLOTH RABBIT (2010) - ein großer Hase, der liegend die Sicht frei gibt auf die mit dem Wort SLOTH (Faultier) bestickten Fußunterseiten.
Ironisch und provokant macht Cosima von Bonin die Faulheit - zugleich Schimpfwort und Traum eines Zeitalters, in dem jede Minute zählt - zum Leitmotiv des Ausstellungszyklus', der hier mehr mit Produktionswut und Hyperaktivität als mit Untätigkeit und Trägheit zu tun hat.
Für den großen Oberlichtsaal des Museum Ludwig hat Cosima von Bonin eine spektakuläre Arbeit geschaffen, die Kunstwerk und Ausstellungsarchitektur gleichermaßen ist. Sechs überdimensionierte
Tische mit Höhen von 2,70 Meter bis 5,40 Meter füllen den Raum und bilden damit verschiedene Präsentationsebenen: Als Ausstellungsfläche wird sowohl der Raum unter wie auf den Möbeln genutzt. Die
Künstlerin bezieht damit aktiv die Besonderheiten des extrem hohen und durch eine Galerie gekennzeichneten Saals ein und rückt den Besucher in eine völlig neue und un gewohnte
Betrachtungssituation.
Über fünf Räume und verschiedene mediale Orte hinweg entwickelt sich die Ausstellung bis in den Außenraum hinein, wo mit der Arbeit TAGEDIEB (2010) ein langnasiger - und somit offensichtlich
lügender - Pinocchio auf einem Schiedsrichterstuhl in luftiger Höhe sitzt. Insgesamt sind über 70 Arbeiten, darunter zahlreiche Neuproduktionen und einige bisher selten gezeigte Werke aus Kölner
Privatsammlungen in der Schau zu sehen.
Cosima von Bonin vermeidet es, sich auf ein Medium oder einen Stil festzulegen. Typisch für ihr Werk jedoch sind weiche und textile Materialien, die nicht nur Assoziationen zu stereotyp weiblichen Tätigkeiten nahelegen, sondern auch die scheinbare Trägheit ihrer figürlichen Arbeiten unterstützen. Zahlreiche Referenzen und Anklänge - von Kippenberger bis Disney - werden von der Künstlerin sowohl für ihre Werke als auch für deren Titel aufgegriffen und zusammengemischt, wobei diese kreative Vorgehensweise an das Sampeln von Musik und damit an das Vorgehen eines DJs erinnert. (...).
Text: Museum Ludwig