Anfang 1987 habe ich mir eine Videokamera beim Medienzentrum der Uni Essen ausgeliehen, eine Kamera angeschlossen an einem voluminösen und schweren U-matic-Videorekorder, der bei der Aufnahme immer mitgeschleppt werden musste.
Die Kassetten konnten 20 Minuten Video aufnehmen und waren größer als eine heutige HD-Kamera. Vielleicht entstanden deshalb die ersten Videos in meiner damaligen Wohnung in der Krefelder Straße in Essen-Frohnhausen.
Es waren meine ersten Versuche mit einer Videokamera.
Gleich am ersten Tag enstanden die folgenden Videos:
1. Stuhlsequenz
2. Sigmund Freud-Lesung und
3. "4 Videosequenzen"
(aus Rücksichtnahme gegenüber den dargestellten
Personen hier nicht zu sehen)
Vier Besucher des Tages beobachteten sich
selbst auf dem Monitor. Anders als der Spiegel
gibt der Bildschirm ein seitenrichtiges Bild wieder,
was zu leichten Irritationen führte.
Weil ich zunächst noch keine Möglichkeit für den Videoschnitt hatte, wurden die Videos bei der Aufnahme in der Kamera geschnitten.
Die schlimmsten Bildstörungen habe ich durch nachträgliche (geringfügige) Bearbeitung beseitigt.
Video Nr. 4 von 1987 ist ein Ausschnitt aus "Krefelder Straße 3", meinem längeren Erinnerungsfilm an meine erste Wohnung, die ich von 1979 bis 1989 bewohnte. Ich zeige hier die Verhüllung des Hauses durch die Künstlerin Sonja Kuprat anlässlich des Festivals Folkwang ´87.
Das Video Nr. 5. Am Tag vor Rogers Umzug stammt von 1988.
Das ist mein erstes Video überhaupt.
Das Knackgeräusch, das bei jedem Schnitt zu hören ist, stammt von den mechanischen Tasten des U-matic-Rekorderteils. Ein Relikt aus der Dinosaurierzeit des Mediums Video.
Die Musik im Hintergrund ist von den Residents, lief während der Aufnahmen und wurde durch den Aufnahmeprozess regelrecht zerhackt. Ich hoffe, dass das GEMA-mäßig o.k. ist.
Dieses Video entand am selben Tag direkt im Anschluss an die "Stuhlsequenz". Ein leicht abgelenkter Leser.
Dies ist ein Ausschnitt aus meinem Video "Krefelder Straße 3".
Zu sehen ist die Verhüllungsaktion des Hauses durch die Künstlerin Sonja Kuprat, die hier auch ihr Atelier hatte. Die Aktion stand im Zusammenhang mit dem stadtweiten Festival "Folkwang ´87".
Die auch heute noch in der Krefelder Straße in Essen-Frohnausen ansässige Radierwerkstatt "Aqua Tinta" veranstaltete das Straßenfest und lud uns, neben vielen anderen Künstlern, zum Mitmachen ein.
Die Beteiligten konnten sich auf einem Bildschirm sehen und so in die Aufnahme eingreifen.
Video fast ohne Bearbeitung. Nur an einer Stelle wurden wenige Sekunden herausgeschnitten.